
Jeder, der elektronische Geräte mit auf eine solche Weltreise nimmt, hat sich schon mal mit dem Gedanken befasst wie er denn eigentlich Strom dafür bekommt. Dabei kommt es natürlich sehr stark darauf an, welche und wie viele technische Geräte man dabei hat. Einer der nur eine Taschenlampe in seinem Gepäck hat, wird sich einfach unterwegs neue Batterien kaufen. Mehr Gedanken muss sich derjenige machen, der z. B. Laptop, Digitalkamera, externe Festplatte, Palm, Handy usw. mit sich führt, denn diese Geräte kann man nur noch bedingt bis gar nicht mehr mit "normal" erhältlichen Batterien aufladen.
Als erstes möchte ich mal die drei Möglichkeiten aufzählen Akkus zu laden:
Am Anfang der Reise habe ich gedacht, dass ich sehr oft im Zelt schlafe und nicht ins Hotel gehen will. Daher habe ich mich so ausgerüstet, dass ich autark Akkus aufladen kann (damals hatte ich noch keine technischen Geräte mit hohem Verbrauch dabei). Also habe ich mir einen Dynamolader gebastelt, mich um einen
Solarlader gekümmert und die Steckdose nur als seltene Lösung betrachtet. Da wir aber sehr oft bei Menschen zu Gast sind, z. B. beim Hospitalityclub, haben wir fast immer eine Steckdose gefunden, sodass der Dynamolader bis jetzt noch gar nicht zum Einsatz kam und der
Solarlader nur an den Zelt-Ruhetagen (z. B. 3 Tage am Stück), da wir unser gesamtes Tagebuch direkt mit Hilfe der
externen Bluetooth-Tastatur und unserem
Palm digital geschrieben und gespeichert hatten. Allerdings habe ich unseren
Solarlader gleich so ausgewählt, dass er sozusagen die "Basiseinheit" meiner Stormversorgung darstellt. Somit habe ich immer die Akkus in diesen eingelegt und ihn dann mal an den Dynamo oder an die Steckdose gehängt oder in die Sonne gelegt. Er war das Herzstück – mit ihm habe ich die Akkus geladen (sowohl Mignon als auch Mikro) und mit diesen dann meine weiteren Geräte mit Strom versorgt.
Nun will ich mal auf die einzelnen Spannungsquellen eingehen. Fangen wir mal mit dem Dynamo an. Eigentlich eine optimale Spannungsquelle, denn man fährt ja eh mit dem Rad. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich meinen Dynamolader außer zu Testzwecken noch nie verwendet habe, da sich immer irgendwie anders Strom auftreiben ließ. Die Solarzellen sind dagegen schon öfters zum Einsatz gekommen. Das kommt daher, dass wir hin und wieder ein paar Ruhetage irgendwo in der Pampa einlegen und somit kein Strom durchs Radfahren oder durch eine Steckdose vorhanden ist. Da wir aber unser gesamtes Tagebuch direkt in den
Palm (mit Hilfe der
Tastatur) geschrieben haben, ging uns mit der Zeit immer der Saft aus. So hat sich die Solarzelle gut bewährt um den Palm wieder aufzuladen. Die letzte Lademöglichkeit ist natürlich am meisten zum Einsatz gekommen, nämlich die Steckdose. Da man sehr oft bei Menschen übernachtet, findet sich dort fast immer auch Strom.
Da es leider nicht funktioniert hat (wie vom Hersteller verprochen), mit dem
e.Go den Palm direkt zu laden, habe ich einfach die Akkus in einen kleinen Batteriehalter gesteckt, der die Akkus in Reihe schaltet, und damit
Palm und die
GPS-Mouse geladen, da diese ca. 5 Volt als Ladespannung benötigen. Somit konnte ich am Anfang der Reise alle meine technischen Geräte mit Hilfe des
e.Go laden.
Im Laufe der Fahrt habe ich eine weitere Stromquelle "entdeckt" an die ich vorher nicht gedacht hatte und zwar das Internet-Cafe, in dem wir sehr viel Zeit verbracht haben. Dort kann man sowohl über den Computer als auch über die Steckdose seine Akkus laden. Nun habe ich mit der Zeit angefangen mein gesamtes System auf USB-Stecker umzustellen (zur Info: USB hat 5,5 Volt), da dieser Stecker sehr klein und leicht ist und noch dazu überall auf der Welt vorhanden ist. USB ist wahrscheinlich international die einzige Spannungsquelle die man überall findet und die auch noch denselben Strom/Spannung liefert. Außerdem habe ich ein
Ladegerät gefunden (ursprünglich für den Palm), welches man ganz normal in die Steckdose stecken kann und welches als Ausgang einen USB-Stecker mit der entsprechenden Spannung hat. Also habe ich die Steckdosen-Stecker der ursprünglichen Ladegeräte (welche ca. 5 Volt Ausgangsspannung haben – steht in der Regel auf dem Gerät) abgeschnitten und einen USB-Stecker angebracht, um das Gerät sowohl über den Computer als auch über das oben genannte
Ladegerät laden zu können. Damit hatte ich ein einheitliches Steckersystem und konnte so leicht verschiedene Lademöglichkeiten mit dem jeweiligen Gerät verbinden. Mit der Zeit hat sich so mein gesamtes Kabelgewusel etwas entschärft.
Natürlich weiß jeder, dass es in anderen Ländern auch andere Steckdosen gibt, allerdings stellt das kein großes Problem dar. Überall findet man Adapter für die typischen Stecksystem oder man nimmt sich gleich einen "
Weltreisestecker" mit. Das obere
Ladegerät (für den Palm) ist sogar extra für die Reise ausgelegt und hat somit verschiedene Aufsätze. Über die verschiedensten Spannung muss man sich eigentlich keine Gedanken machen, da fast alle Geräte auf 100-240 Volt ausgelegt sind (somit so ziemlich alle Spannung auf der Welt).
Seit dem die EOS 400D und unser Laptop dazugekommen sind, hat sich die Situation ein wenig gewandelt. Die Spezialakkus der Kamera und des Laptops kann ich nicht mehr mit den Mignon-Akkus aufladen. Hierfür muss ich leider die Ladergeräte mitführen, allerdings kann ich jetzt auch alles (bis auf die Kamera-Akkus) über den USB-Stecker am Laptop laden – der Kreis schließt sich.
Die ist eine ganz grobe Zusammenfassung meiner Erfahrung mit der Stromversorgung. Es hat eine Unmenge an Geduld, neuer Überlegungen und Geschick auf der Reise benötigt, um alles so zum Funktionieren zu bekommen wie man es gerne hätte. Und natürlich will man nicht zu viele Kabel und Ladergeräte mitschleppen. Die genaue Entwicklung hier wieder zu geben, würde den Rahmen sprengen und auch nur für meinen Spezialfall gelten. Bei speziellen oder weiteren Fragen, könnt Ihr mich aber jederzeit gerne
kontaktieren.