Nun, und was würden wir Euch raten, die Ihr vielleicht ähnliches vorhabt wie wir? - Mit der Zeit haben wir gelernt und erfahren, dass es nicht immer die "High-End-Produkte" sein müssen, die einem eine solche Reise erleichtern. Mein Messer z. B. habe ich in einem Feld auf Zypern gefunden. Es war alt, verrostet und schon mal neu genietet worden, aber mit ein bisschen Abwaschen, neu Schärfen und Ölen ist es nun einer der Gegenstände, die ich am meisten und vor allem auch gerne benutze. Viele Gegenstände, die man so zu Hause benutzt oder sich schon mal für kleinere Touren angeschafft hat, kann man mitnehmen und sie werden ihren Dienst tun. Das beste Beispiel ist das Essbesteck, denn wir brauchen kein zusammenklappbares Titan-"Trallala"-Armee-Besteckset. Man muss sich immer nur klar machen, dass wir mit dieser Reise keine Strecken-, Leichtgewichts- oder Geschwindigkeitsrekorde aufstellen wollen. Wir LEBEN unterwegs, für uns ist es kein Urlaub oder eine Auszeit mehr. Daher brauchen wir viele Spitzenprodukte auch nicht, weil wir auch mit alten Dingen von Großmutterszeiten, auskommen.
Allerdings gibt es vier Gegenstände, wo ich keine Kompromisse machen würde. Das ist das Zelt, denn dieses muss bei Regen wirklich dicht sein und den Wind abhalten – es ist Dein Zuhause. Der Schlafsack ist der Zweite, denn wenn es wirklich mal kalt wird, was dann ja nicht nur für 2 Tage ist, sollte man nachts trotzdem schlafen können - wir rasen ja nicht den Jahreszeiten hinterher. Der dritte Gegenstand sind wasserdichte Transportbehältnisse für die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände. Es ist furchtbar wenn Du im Winter keine trockene Kleidung zur Verfügung hast, denn Du willst ja weiter fahren oder auch mal bleiben. Wind und Wetter sind nicht unsere Feinde und wir müssen uns nicht verkriechen, wenn es anfängt zu regnen oder zu schütten – wir fahren trotzdem weiter. Und der letzte Ausrüstungsgegenstand ist ein "Multi-Tool-Messer", wie z. B. unser Swiss Tool Spirit. Da wir sehr viel improvisieren, ist ein gutes "Werkzeug" eine wichtige Sache und gerade hier würde ich auf Qualität schauen. Am Anfang hatte Christine noch ein Multi-Tool dabei, welches sie als Werbegeschenk erhalten hatte, allerdings ist es schon nach dem zweiten Mal schrauben (mit einem Bit) ausgebrochen. Daher würde ich gerade an so einem, für uns unerlässlichen Werkzeug, nicht sparen und lieber ein bisschen mehr ausgeben.
Ein wichtiger Punkt ist, dass man sich dadurch sooo viel Geld sparen kann, denn die Outdoor-Produkte sind meist verhältnismäßig teuer und das gesparte Geld kann man viel besser zum Reisen nehmen. Wir würden mittlerweile lange nicht mehr so viel Geld für solche Sachen ausgeben und man ist später froh um jeden Euro mehr auf dem Konto, den man zum Leben hat.
Generell würden wir beim erneuten Start zu so einer Reise nicht schon die gesamte Ausrüstung vorher kaufen, sondern vieles auch erst unterwegs. Ein großer Vorteil davon wäre, dass man sich, gerade am Beginn, nicht so sehr in Unkosten stürzt und oftmals ja auch die nötige Erfahrung fehlt (so war es jedenfalls bei uns), was man WIRKLICH benötigt. Auch haben wir gedacht, dass man viele Dinge nur hier in Deutschland bekommt, was einfach nicht stimmt – man bekommt vieles auch unterwegs. Nehmen wir mal Kleidung. Diese bekommt man definitiv unterwegs und wir fahren schon lange nicht mehr in "High-Tech"-Kleidung (außer die, die wir seit dem Beginn mitgenommen haben), aber z. B. Rad-Hosen sind bei uns nach Hause gewandert, weil wir sie nicht mehr anziehen. Auch die Gore-Tex Jacken würden wir beim nächsten Mal gegen günstigere Produkte ersetzen. Aber nicht nur Kleidung kann man unterwegs kaufen. Spätestens in Großstädten kann man die benötigte Dinge besorgen. Das einzige was eine Ausnahme darstellen könnte, sind Elektronik-Artikel wie Digitalkamera, Laptop, externe Festplatte usw., da man bei diesen oftmals nicht so sehr die Auswahl hat, aber wir haben unseren Laptop auch erst unterwegs angeschafft.
Also unser Fazit – es ist sehr schwer einen Tipp zu geben, da jeder ja anders reist, aber aus unserer jetzigen Sicht würden wir Euch empfehlen, falls ihr ähnlich reisen wollt wie wir, macht Euch nicht so viele Sorgen im Voraus. Nehmt das mit was Ihr habt, sichert Euch nicht gegen jede Ungewissheit ab und kauft einfach das Nötige unterwegs nach (bis auf die wenigen Ausnahmen). Christine hat das bei ihrer Vorbereitung auch gesagt bekommen und es trotzdem nicht gemacht, weil man ja keine Vorstellung hat, was im Ausland erhältlich ist. Im Nachhinein würde sie es anders machen, denn man muss sich ja nur einmal klar machen, dass die Leute im Ausland auch (über-)leben, d. h. wirklich benötigte Sachen sind dort vorhanden. Die Welt da draußen ist in dieser Hinsicht viel weiter entwickelt als wir das vorher annahmen. Man kann wohl auch mit Sicherheit sagen, dass die Ansprüche eines fast jeden unterwegs ganz automatisch zurückgehen. Bis jetzt haben wir von unzähligen Reisenden gehört, dass sie überflüssige Ausrüstung paketeweise zurück nach Hause schicken, ganz zu schweigen von uns selbst, die wir mittlerweile über 40 kg zurück geschickt haben – allerdings auch aus dem Grund, dass wir anfangs autark ausgerüstet waren (jeder hatte alles dabei). Wir können hier nur unsere Erfahrungen weitergeben und hoffen das sie Euch helfen...


Startseite