
Immer wieder werden wir gefragt, wie wir das mit den Landkarten machen und ob wir von Anfang an alles dabei hatten. Und ja, ich hatte am Anfang auch ein wenig Angst, dass wir unseren Weg nicht finden. Aber detailierte Landkarten für die nächsten fünf oder mehr Länder mitzunehmen, schien mir aus Gewichtsgründen nicht machbar. Zu viel Gepäck hatten wir schon dabei. Kurzerhand habe ich vor unserer Abreise meinen dicken ADAC-Atlas zerlegt und einige Übersichtskarten aus der "blauen" Abteilung (Europa "detailliert") herausgerissen, die einigermaßen in Frage kamen. Ehrlich gesagt, hatte ich grobe Karten von ganz Osteuropa bis hinunter zur Türkei dabei. Und ein wenig haben sie am Anfang sogar geholfen. Aber: es ist unnötig! Den Weg an der Donau entlang, hätten wir wohl auch ohne Karte gefunden

. So oft ist es uns passiert, dass wir an jeweilige Landeskarten irgendwie zufällig geraten sind. Seien es geliehene Karten eines entgegenkommenden Radlers, das kostenlose Exemplar einer Touristen-Information oder das nette Geschenk eines Einheimischen. Und funktioniert das alles nicht, fragt man Einheimische nach dem Weg oder fährt einfach in die nächstgrößere Stadt und holt sich (oft günstiger als in Deutschland) eine Karte im nächsten Buchladen. Zügiger Reisende, die große Hauptstraßen bevorzugen, können auch ausschließlich nach Wegweisern fahren (die benötigten Stadtnamen findet man im Internet

), was eigentlich immer möglich ist. Und bei eher gemütlichen Radlern, wie wir es sind, ist es oft eh unwichtig welchen Weg man nimmt - Hauptsache die Himmelsrichtung stimmt einigermaßen. In extrem bergigen Gebieten wie z. B. der Türkei ist jedoch manchmal hilfreich wenigstens eine grobe Karte dabei zu haben, wo vor allem die Berge zu erkennen sind.
Auch das Mitführen von Reiseführern kam bei uns von Anfang an nicht in Frage. Ich habe lieber Literatur, die mehr Futter für meinen Geist ist, mitgenommen. Außerdem haben es Reiseführer oft an sich, dass sie sauschwer sind... Da wir beide eher weniger historisch und touristisch interessiert sind und weder in Hotels nächtigen, noch Restaurants besuchen, stände eh nicht mehr viel Nützliches für uns in einem solchen Buch. Wir genießen das Unterwegs-Sein so wie es kommt und hören lieber auf die Einheimischen, die uns begegnen und uns entsprechend mit Informationen zu Land und Leuten sowie ausgewählten und auf uns zugeschnittenen sehenswerten Orten versorgen. Und diese Insidertipps sind oft viel mehr wert als irgendein Reiseführer mit einem Tipp, wo man dann unter Touries landet.