Bei mir hat alles angefangen mit der Erstellung meiner Homepage, was mich sowieso interessiert hat. Kurze Zeit später kam der Gedanke des Projektes "Radfahren gegen Krebs" dazu. Ein Projekt ist immer eine gute Voraussetzung, um Sponsoren zu finden. Dabei kann man sich viele Anregungen bei vorangegangen Reisenden holen, z. B. die Fahrt für einen Weltrekord, zu einem bestimmten Ereignis (z. B. Olympische Spiele), eine Extrem-Tour (z. B. von Pol zu Pol), eine Spendenaktion (für ein Hilfsprojekt) oder die Reise mit einem außergewöhnlichen Gefährt. Was natürlich für Sponsoren sehr wichtig ist, sind Publikationen/Pressemitteilungen/Medienereignisse in Magazinen, Zeitungen, Internet, Fernsehen, Radio usw.
Vor der Kontaktaufnahme mit einem Sponsor, würden wir mittlerweile eine regelrechte Bewerbungsmappe zusammenstellen, welche folgenden Inhalt hat: Beschreibung der Idee, Vorstellung der Person (Lebenslauf mit Bild, vorherige Reisen, besondere persönliche Leistungen/Fähigkeiten,...), zukünftige Pläne, Presse/Medien-Aktivitäten, gewünschte Art der Unterstützung (finanziell, materiell), Gegenleistungen (Bilder, Publikationen, Testberichte, Werbung,...), Vertrag über Vermarktung der Reise hinterher (Diavorträge, Buchveröffentlichung,...), Auszug aus selbst gemachten Fotos.
Welche Sponsoren soll man denn nun anschreiben? - Der erste Weg könnte zu regionalen Geschäften und Firmen führen, z. B. dem Radladen um die Ecke oder dem Sportgeschäft in der Nähe. Am besten eignen sich natürlich immer Ausrüstungsfirmen, die man dann einfach per Mail inkl. ausführlicher Bewerbung anschreibt und eventuell auch mal telefonisch kontaktiert. Besonders bei "kleineren" Firmen hat man unserer Erfahrung nach größere Chancen. Man sollte natürlich darauf achten, dass man das Produkt der Firma auch wirklich im Gepäck haben möchte. Fehlt die Kenntnis von Ausrüstungsfirmen, kann man sich diese in vielen Katalogen, Radreisenden-Seiten oder Foren im Internet aneignen.
Immer wieder, gerade am Anfang, muss man aber auch mit Rückschlägen, in Form von Absagen, rechnen. Das ist wohl ganz normal und sollte keinen davon abhalten weiter zu machen - nicht so schnell aufgeben! Bei mir hat es viel Zeit und Geduld gekostet bis ich am Anfang mal einen oder zwei Sponsoren gefunden habe. Es heißt "Klinken putzen" und betteln gehen, darüber muss man sich im Klaren sein. Bei mir hat es sich auch sehr bewährt, direkt mal mit den Firmen zu telefonieren, damit ich die Mail auch gleich an die richtige Person schicken kann, denn Sponsoranfragen bekommen viele Firmen zu Hauf, da heißt es sich herauszuheben.
Zwei, mich total deprimierende, Erfahrungen möchte ich Euch kurz mal erzählen, damit Ihr seht was so alles passieren kann: Ich habe bei Hilleberg, einem Zelthersteller, angerufen und nach einem Sponsoring gefragt. Am Telefon hat man gemeint, dass eine Fahrrad-Weltreise doch gar nichts Besonderes sei und dass es sooo viele gäbe, die das gleiche machen und gemacht haben. Ich müsste schon DIE herausragende Idee haben damit sie mich unterstützen. Also: Chancen gleich Null. Nach einer Mail an Hilleberg in der ich angefragt habe, ob ich sie denn wenigstens verlinken dürfe (für die Ausrüstungsseite), kam die prompte Antwort, dass sie das NICHT wollen, da sie keine Verbindung zwischen ihren Produkten und meiner Seite sehen. Das ist und bleibt die erste und einzige Absage einer Firma zu einer Verlinkung. Manche Firmen scheinen es nicht mehr nötig zu haben. Mit so etwas müsst Ihr immer rechnen! Das zweite deprimierende Erfahrung gab's ich bei Pitlock, einer Firma für Schnellspannschlösser. Ich habe mich am Telefon vorgestellt und gesagt, dass ich eine Firma als Sponsor suche. Daraufhin bekam ich die Antwort, dass Pitlock auch gerne einen Sponsor hätte und sie auch Geld bräuchten... Ich habe angefangen von meinem Projekt zu erzählen und plötzlich hat mein Gesprächspartner einfach aufgelegt! Kein Grusswort, nichts - einfach aufgelegt. Wenn man dort als Kunde den gleichen "Service" erfährt, na dann herzlichen Glückwunsch, lieber Pitlock-Kunde!
Allen, denen das jetzt aber zu aufwendig und hochtrabend klingt, möchte ich mit auf den Weg geben, dass die Reise auch ohne Sponsoren funktioniert. Es ist einfach nicht notwendig, jedes neue High-Tech-Produkt dabei zu haben. Wir selbst (bzw. eher Stefan) haben fast ausschließlich Material-Sponsoren. Wir wollten uns nicht zur Vermarktung der Reise hinterher verpflichten. Und immer mehr kommt der Wunsch auf, völlig unabhängig von irgendwelchen Firmen oder Verträgen zu reisen, denn nur dann ist man wirklich frei. Und so viele Sachen werden unterwegs mit der Zeit einfach unwichtig.


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