Radfahren gegen Krebs
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Auslandskrankenversicherung für eine mehrjährige Weltreise

Christine Die Suche nach einer Auslandskrankenversicherung war für mich ein ganz leidiges Thema. Hier hatte ich vor der Reise genauso hohe Ansprüche wie an meine Ausrüstung, fürchtete mich aber vor dem ganzen "Juristen-Deutsch" durch das man sich dann durchwühlen musste und auch davor, irgendwo übers Ohr gehauen zu werden. Aber irgendwann habe ich es angepackt und festgestellt, dass die "Gerüste" der einzelnen Versicherungen alle ähnlich sind, sich nur in den Angeboten und Bedingungen unterscheiden und das ganze Thema somit gar nicht so schwierig war, wie ich befürchtete. Man musste "einfach nur" vergleichen. Und es lohnte sich, gründlich zu lesen und letztendlich das auszusuchen, worauf man Wert legt.

Fast alle Versicherungen haben ihre Angebote je nach Länge der Versicherungsdauer eingeteilt. Ich habe also von vornherein nach einer Auslandskrankenversicherung für mehrere Jahre gesucht, wollte also keine Beschränkung auf 12 Monate oder auf eine kürzere Dauer haben. Da nicht alle Versicherungsunternehmen so etwas anbieten, fielen bei diesem ersten Punkt schon einige aus meiner Vorauswahl heraus. Hat man sich dann ein paar in Frage kommende Angebote heraus gepickt, kann das Vergleichen losgehen:

Das Grundlegendste ist wohl, dass jede Versicherung irgendwo einen "Haken" hat, weil sie sich das Geld ja irgendwo her holen muss, damit es sich für sie lohnt. Und das machen die Versicherungen halt auf verschiedene Art und Weise:
  • Manche machen's halt von vornherein über hohe Beiträge.
  • Manche machen's übers Alter des Versicherten, also je älter die Person, desto höher der Beitrag. Wobei da natürlich auch das Risiko für die Versicherung höher ist, weil halt ältere Leute mehr "Gebrechen" haben.
  • Manche haben speziell hohe Beiträge für bestimmte Länder (damals bei der DKV z. B. für ganz Amerika, also Nord-, Mittel- und Süd-Amerika), wobei natürlich z. B. in USA die Kosten schon erheblich teurer sind, aber ich denke, dass es in Südamerika nicht so hohe Kosten sein dürften wie in USA. Dafür sind die Beiträge für andere Länder dann halt günstig.
  • Manche begrenzen ihre Leistungen durch Höchstbeträge, z. B. den Krankenrücktransport. Ich hab' mir sagen lassen, sowas kann, je nachdem wo man sich befindet, mal schnell 50.000 Euro kosten, wenn man schwerverletzt ist und entsprechende Betreuung auf dem Flug braucht. Außerdem holt die Versicherung einen, wenn man z. B. in einem "teureren" Land (z. B. USA) ist, halt ziemlich schnell zurück, auch wenn's medizinisch/ versorgungsmäßig vielleicht nicht unbedingt notwendig wäre, weil der Rücktransport (evtl. mit Betragsgrenze) für die Versicherung halt kostengünstiger ist als die Behandlung im Ausland. Und damit ist die Versicherung natürlich raus aus den Behandlungs-Kosten, weil diesen Krankheitsfall dann die Krankenversicherung in Deutschland tragen muss. Und wenn es eine Höchstleistungsgrenze gab, muss man den Rest vom Rücktransport halt selbst tragen, was ziemlich teuer werden kann.
  • Man sollte natürlich auch immer schauen, welche Leistungen man erfüllt haben möchte. Manche Versicherungen zahlen keine Vorsorgeuntersuchungen (ist den Frauen vielleicht wichtiger als den Männern).
  • Manche haben für jeden Versicherungsfall eine Selbstbeteiligung, man muss also "kleinere" Sachen immer selbst zahlen.
  • Manche bieten eine Verlängerung der Versicherungszeit zu "besonderen Bedingungen" an. Auf mein Nachfragen hin, war das dann z. B. der Beitrag in doppelter Höhe (bei der DKV).

Also lest Euch gründlich durch, was Ihr abschließt und schaut womit Ihr im schlimmsten Fall rechnen wollt. Denn wenn man auf seinen Bedarf schaut (und das ist halt bei jedem anders, deswegen möchte ich keine Versicherung empfehlen), kann man günstige Angebote erwischen. Es kommt halt auch immer darauf an, gegen welches Risiko man sich versichern möchte.

Ich habe meine Auslandskrankenversicherung bei der DKV abgeschlossen, weil ich so ziemlich gegen alles abgesichert sein wollte und die Versicherung für mein damaliges Eintrittsalter (29) gerade noch recht günstig war (jeoch nur außerhalb von Amerika) und auch Vorsorgeuntersuchungen gezahlt werden und vor allem, weil die Rücktransportkosten unbegrenzt sein können. Die Versicherung gilt für 3 Jahre.

Stefan hat seine Auslandskrankenversicherung beim ADAC abgeschlossen, weil er durch seine Krebs-Erkrankung trotz vollständiger Heilung bei den privaten Versicherungen (sie machen oft eine Gesundheitsprüfung) keine Chance hatte. Das Angebot vom ADAC hat auch ein recht gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und kann übrigens auch abgeschlossen werden, wenn man kein Auto im ADAC hat (das geht durch eine 'Interessen-Mitgliedschaft', deren Beitrag sich lohnt). Die Versicherungsdauer liegt bei maximal 2 Jahren und der komplette Beitrag muss im Voraus gezahlt werden (wenn man eher zurückkommt und die Versicherung nicht überstrapaziert hat, bekommt man den Beitrag für die "nicht verbrauchten" Monate zurück). Stefan hat bei seiner Versicherung den Fall, dass er pro Krankheitsfall 50 Euro Selbstbeteiligung hat. Das schien mir damals zu viel. Mit unserer heutigen Erfahrung können wir jedoch sagen, dass sich so ein Angebot lohnt, denn man ist erstens nicht oft so krank, dass man einen Arztbesuch braucht und zweitens sind die medizinischen Kosten, wenn man von Deutschland aus gen Osten fährt, also in weniger weit entwickelten Ländern, je nach Krankenhaus sehr günstig, dass man sie auch ohne Probleme selbst zahlen kann. Ein höherer monatlicher Versicherungsbeitrag ist im Gegensatz dazu belastender.

Als Gedankenanstoß für die Entscheidung möchte ich Euch noch Folgendes aus unserer Erfahrung geben: Es kommt darauf an, wo man lang fährt. Aber wie gesagt, z. B. Richtung Osten wird die Behandlung von kleineren und "normalen" Wehwehchen so günstig, dass man das locker selbst zahlen kann und auf alle Fälle günstiger kommt als die Versicherungsbeiträge sind. Ich hatte z. B. in Istanbul einen Sturz und hab mir die Schulter gezerrt. Freunde haben mich dann in ein staatliches Krankenhaus gebracht. OK, der Arzt hat sich nur 3 Minuten Zeit genommen, aber immerhin hat er alles hin und her bewegt und geguckt, dass nix gebrochen ist und er war halt Arzt – das Ganze hat mich 7,50 Euro gekostet. Vorher war ich mal wegen einer Titerbestimmung in einem privaten Krankenhaus (auch in Istanbul) und die wollten gleich mal 75 Euro haben sobald man einen Arzt sieht. Und jede zusätzliche Behandlung kostete sauviel. Außerdem will die Krankenkasse, bei der man seine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hat, immer eine Rechnung "in einer Weltsprache", also Englisch, Französisch oder in Deutsch sehen, und das machen oft nur private Krankenhäuser, wenn überhaupt. Also zwingt einen die Versicherung eigentlich in so ein teures privates Krankenhaus zu gehen. Und dann hat man noch den Papierkrieg, dass ja auch eine Diagnose auf der Rechnung stehen muss. Und um so einen Kram zu kämpfen, wenn man eh schon krank ist, kann belastend sein. Ich weiß auch nicht was passiert, wenn man Beschwerden hat, aber die Ärzte nichts feststellen, also keine Diagnose haben. Ich weiß nicht ob die Versicherung dann die Behandlungskosten übernimmt. Wir haben unsere Auslandskrankenversicherung halt hauptsächlich dafür, um im schlimmsten Fall, nämlich für den notwendigen Rücktranport, versichert zu sein.

Falls Ihr noch andere Fragen habt, die wir eventuell beantworten können, immer her damit.

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