
Meine erste größere Tour - und die sollte auch gleich über die Alpen gehen! Da hatten wir uns ja was vorgenommen (mein Freund Jens und ich). Aber so sollte es sein. Unerschrocken und ziemlich naiv bin ich an die Tour herangegangen. Bis zu jenem Zeitpunkt hatte mein Rad meist nur kurze Strecken mit mir zu bewältigen, und meine Kondition war entsprechend (dürftig). 'Aber es wird schon irgendwie gehen!', hab ich mir gedacht. Unsere Vorbereitungen waren ebenfalls sehr spärlich angesiedelt. Jens hat die Hauptarbeit gemacht. Geographisch kannte er sich relativ gut aus, daher hat er sich auch intensiver mit dem Weg beschäftigt. An Werkzeug haben wir nur das Nötigste eingepackt. Viel Erfahrung hatten wir beide nicht, doch wenn man nix dabei hat, wird man erfinderisch. Spezielle Ausrüstung hatten wir uns für die Tour eigentlich nicht gekauft. Jeder hatte Fahrradtaschen (Jens von Tchibo; von welchem Hersteller meine waren, weiß ich gar nicht mehr!, jedenfalls billige) und unser Zelt war noch eines mit soliden Alu-Stangen, ein schönes dreieckiges Zelt, wie es früher halt so üblich war. So haben wir also nur die Dinge mitgenommen, die wir eh schon zu Hause hatten. Gut, sehr gewichts- und packmaßoptimiert war es natürlich nicht, Jens z. B. hat einen richtig großen Kochlöffel mitgenommen, man muss ja unterwegs auch angenehm kochen können. Der hat immer oben aus seiner Fahrradtasche heraus geschaut! Was soll man dazu noch sagen? So richtige Freizeitradler eben! Ziemlich bald haben wir dann eine Almdudlerflasche als Nachfüllflasche für Schnäpse und Ähnliches genommen, damit wir die Glasflaschen nicht immer mit herumfahren mussten. Davor hatten andere Getränkeflaschen herhalten müssen, denn ohne einen größeren (0.5 - 0.75l) Flachmann waren wir eigentlich nicht unterwegs. Das hatte natürlich zur Folge, dass wir nicht gar so schnell vorangekommen sind, was ja auch nicht unser Ziel war, obwohl Jens das oft anders gesehen hat

. Übernachtet haben wir fast immer im Zelt, ein oder zweimal sind wir auch auf Campingplätzen gewesen. Um die Alpen zu überwinden, haben wir den Arlbergpass benutzt (Ihr wisst, was das bedeutet???!).
In Radolfzell hatten wir davor aber erst noch einen Ruhetag eingelegt, da eine Freundin dort wohnt, und wir uns die Gelegenheit nicht entgehen ließen, uns einzuladen. Leider bekam ich während der Fahrt taube Finger. Also suchten wir einen Arzt auf, doch der meinte nur, dass das beim Radfahren passieren könne und es werde schon wieder weggehen. Erst zwei bis drei Monate nach der Tour ist dieses Taubheitsgefühl wieder verschwunden. Aber ich war gewarnt, mir für nächstes Mal etwas einfallen zu lassen.
Ein weiterer "wichtiger" Stopp war Meran (YIPPIE ein Campingplatz). Dort haben wir
KILLJOY getroffen (Ihr kennt die nicht?, wir kannten sie auch net!). Wir fuhren so durch die Meraner Sträßchen - auf der Suche nach einer Kneipe -, als wir aus einem Keller Musik dringen hörten. Neugierig wie wir waren (hauptsächlich ich; geb's ja zu), haben wir eine Weile gelauscht und dann durch das Kellerfenster geschaut. Nachdem die Band uns bemerkt hatte, sind sie hochgekommen und wir haben uns ganz nett unterhalten. Am Ende haben sie uns sogar eine CD mit fünf (selbstgeschriebenen) Liedubuntuern geschenkt . Im Nachhinein habe ich von einer Bekannten, die in Südtirol wohnt, erfahren, dass sie regional wohl sehr bekannt sind! Da wir uns Bozen als Mindestziel gesetzt hatten, haben wir dort natürlich dann auch aufgehört. Die Motivation war nicht mehr gar so groß, noch weiterzufahren.
Aber zusammenfassend darf ich sagen: Wir haben in den 16 Tagen jeder nur 150 DM ausgegeben inkl. Schnaps und Weizen, das unverschämte 7 DM gekostet hat!
Und diese Fahrt machte Lust auf mehr!!!